So erreichst du langfristige Ziele ganz ohne Stress

How to achieve long-term goals

Bevor du meine Tipps liest, sollest du eines über mich wissen: ich habe absolut keine Willensstärke. Es ist mir noch nie gelungen, mich zu etwas zu zwingen. Keine Diät und kein Trainingsplan hielten bei mir länger als zwei Tage. Daher basieren alle nachfolgenden Tipps auf darauf, wie ich mich dazu bringe, Dinge tun zu wollen, anstatt sie tun zu müssen.

  1. Finde den richtigen Grund für deine langfristigen Ziele

Jetzt mal ehrlich, der Satz „in einem Jahr werde ich mich so gut fühlen!“ wird dich niemals langfristig motivieren. Das nächste Jahr ist viel zu weit weg und ich persönlich interessiere mich sowieso mehr für das Hier und Jetzt.

Manche Leute, wie zum Beispiel mein Freund, können auf Dinge verzichten, um langfristige Ziele zu erreichen. Bei mir klappt das allerdings nicht. Was auch der Grund dafür ist, dass ich mich nie an Diäten halten kann.

Wenn Menschen wie wir langfristige Ziele erreichen wollen, müssen wir uns zunächst auf die kurzfristigen Erfolge konzentrieren.

Lass mich dir ein Beispiel nennen. Wenn du Sport machen willst, und zwar mit dem einzigen Ziel, in Form zu kommen, wirst du wahrscheinlich bald auf Probleme stoßen. „Ach, was soll’s, ich schaff es doch sowieso nicht“. Kommt dir dieser Gedanke bekannt vor? Der sorgt nämlich oft dafür, dass wir langfristige Ziele nie erreichen, weil sie uns zu weit entfernt erscheinen.

Ich wollte schon länger mit Yoga anfangen. Aber ich war einfach nie motiviert genug, um es auch durchzuhalten. Irgendwie war es immer verlockender, mich nach der Arbeit auf dem Sofa zu entspannen.

Als ich jedoch begann, mich auf die kurzfristigen Vorteile von Yoga zu konzentrieren, nämlich wie ich mich nach den Übungen fühle, sah die Situation schon ganz anders aus.

In den letzten Monaten habe ich tatsächlich jeden Tag Yoga gemacht! Ich schaffe es nur dadurch, dass ich nicht an morgen oder übermorgen denke, sondern mich ausschließlich auf die heutigen Übungen konzentriere. Egal, wie wenig Lust ich anfangs darauf habe: ich erinnere mich einfach daran, dass ich danach viel entspannter sein werde und es sich auf jeden Fall lohnen wird.

Konzentrier dich also auf den kurzfristigen Nutzen deiner langfristigen Ziele. Auch wenn du dich einfach daran erinnerst, dass du keinen Blähbauch haben wirst, wenn du Reis statt Pommes isst – es hilft deinem Gehirn, zu akzeptieren, dass dein Ziel keine Strafe ist, sondern dein Wohlbefinden erhöht.

Und was, wenn es keinen kurzfristigen Nutzen gibt? Dann ist es eventuell das falsche Ziel.

Wenn du dich dazu zwingen willst, ins Fitnessstudio zu gehen, aber jeden einzelnen Aspekt davon hasst, ist dies nicht das richtige Ziel für dich. Finde stattdessen etwas, bei dem du dich gut fühlen kannst!

Einer der wichtigsten Gründe, warum ich Yoga liebe, ist, dass man dabei nicht so viel schwitzt. Ich wasche meine Haare gerne einmal die Woche, und das geht nun mal nicht, wenn man Ausdauertraining macht. Also habe ich stattdessen Yoga gewählt und könnte damit nicht glücklicher sein!

  1. Sei dir selber nicht böse, wenn du dein langfristiges Ziel nicht direkt erreichst

Dein langfristiges Ziel sollte zu deinem Wohlbefinden beitragen. Und genau aus diesem Grund darfst du dir selber auch nicht böse sein, wenn du es nicht sofort schaffst.

Wenn du dir vorgenommen hast, dein Haus jede Woche komplett zu putzen (ja, auch das ist ein Beispiel aus meinem Leben), und es schon mehr als einmal nicht geschafft hast, solltest du dich fragen, ob dein Ziel überhaupt erreichbar ist. Vielleicht kannst du es dir einfach nicht zumuten, jede Woche 4 Stunden lang zu putzen, auch wenn du gerne ein sauberes Zuhause hättest. Wenn dies der Fall ist, wirst du dein Ziel nie einhalten können.

Formuliere dein langfristiges Ziel einfach neu. Wenn du ein sauberes Zuhause willst, solltest du bestimmen, was genau du dafür tun musst. Vielleicht müssen vor allem Bad und Küche geputzt und der Boden gesaugt werden. Warum nimmst du dir dann nicht an einem Tag eine halbe Stunde Zeit, um das Bad zu putzen, und an einem anderen Tag putzt du die Küche? Und eventuell macht es Sinn, in einen Staubsaugerroboter zu investieren! Die anderen Bereiche deines Hauses, die dich nicht so sehr stören, nimmst du dir eben seltener vor.

Definiere immer das Minimum, das getan werden muss, um dein langfristiges Ziel zu erreichen. Denke über alle Möglichkeiten nach, wie du es dir selber leichter machen kannst (in meinem Yoga-Beispiel habe ich beispielsweise entschieden, zuhause zu trainieren). So findest du den am wenigsten stressigen und realistischsten Weg zu deinem langfristigen Ziel!

  1. Konzentriere dich auf die Gegenwart, um langfristige Ziele zu erreichen

Jetzt mal ehrlich: wenn du darüber nachdenkst, dass du etwas für den Rest deines Lebens einhalten musst, stresst du dich nur unnötig selber. Der Rest deines Lebens klingt nach einer sehr langen Zeit. Und wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich all meine Ziele trotz aller Veränderungen in meinem Leben einhalten müsste, wird mir schon ganz schlecht.

In Wirklichkeit aber gibt es nichts, was du für den Rest deines Lebens einhalten musst. Dein jetziges Ziel passt in ein paar Jahren vielleicht gar nicht mehr zu dir, und das ist auch absolut in Ordnung!

Ich persönlich nehme mir vor, ein Ziel so lange zu verfolgen, wie ich es möchte. Wenn ich nach einiger Zeit entscheiden sollte, etwas anderes auszuprobieren, ist das auch okay. Du musst dich nicht für immer an etwas halten, nur weil du es einmal entschieden hast. Das macht überhaupt keinen Sinn.

Mein Vater erzählt immer gerne die Geschichte von einem Jungen, der seine Mutter überreden will, die Teddybär-Tapete aus seinem Zimmer zu entfernen. Die Mutter sagt; „aber du wolltest diese Tapete doch so sehr, dass du Monate lang darum gebettelt hast! Wie kannst du denn plötzlich deine Meinung ändern?“. Und der Junge antwortet: „aber Mama, das ist nun schon 30 Jahre her, und ich will einfach keine Teddybären mehr an meinen Wänden haben!“.

Ich habe keine Ahnung, woher er diese Geschichte hat. Aber sie zeigt ziemlich deutlich, wie lächerlich es ist, an etwas festzuhalten, wenn es nicht mehr zu dir passt.

  1. Freu dich über kleine Erfolge

Zu Anfang dieses Jahres hatte ich mir das Ziel gesetzt, alte Kleidung online zu verkaufen und ein bisschen Geld damit zu verdienen.

Nur damit du Bescheid weißt: ich hatte es vorher noch nie geschafft, online Geld zu verdienen. Was für andere klappte, ging bei mir immer schief. Daher konnte ich auch nicht damit rechnen, dass es tatsächlich klappen würde. Aber ich informierte mich, gab mein Bestes und verkaufte tatsächlich einige Dinge!

Und mit „einige“ meine ich so etwa 7. Ich verdiente etwa 100€, was nicht viel ist, aber etwas mehr Platz in meinem Schrank schaffte und jemand anderen glücklich machte.

Und so beschloss ich, mich über meinen kleinen Erfolg zu freuen, auch wenn ich keine der anderen 60 Sachen verkaufen würde, die ich auf die Seite gestellt hatte. Ich war stolz auf mich, weil ich tatsächlich etwas verkauft hatte!

Verstehst du, was ich meine? Egal, wie klein dir dein Erfolg vorkommt, ist es doch wichtig, kurz innezuhalten und dir selber auf die Schulter zu klopfen. So behältst du deine Zuversicht und den Wunsch, weiter zu machen und auf dein Ziel zuzumarschieren.

  1. Wenn du nach Ausreden suchst, passt dein langfristiges Ziel wahrscheinlich nicht zu dir

Wie oft denkst du so etwas wie „Heute schaffe ich das nicht, ich mach einfach morgen weiter“? Solch ein Gedanke weist häufig darauf hin, dass etwas mit deinem Ziel nicht stimmt. Wenn du langfristige Ziele erreichen möchtest, dann müssen diese auch perfekt zu dir passen!

Mir ging es meistens mit Diäten und Sport so. Ich nahm mir beispielsweise vor, mehr Gemüse und Obst zu essen, anstatt mich ständig von Reis und Kartoffeln zu ernähren. Aber dann kam mein nächster Reizdarmschub und ich musste mein Ziel wieder aufgeben.

Wie du sehen kannst, macht es absolut keinen Sinn, dir ein Ziel zu setzen, das du auf Dauer nicht einhalten kannst. In meinem Fall konnte ich nicht mehr Obst und Gemüse essen, da dies meinen Reizdarm auslöst und ich daran nun mal nichts ändern kann.

Das Gleiche gilt für Yogakurse, zu denen ich mich zwei Jahre lang gezwungen hatte. Meine Yogalehrerin stresste mich ungemein, da sie ständig darauf hinweisen musste, wie schlecht ich doch war. Sobald ich mich nicht gut fühlte oder eine andere Ausrede fand, ging ich lieber nicht hin. Ich fühlte mich in diesen Kursen nicht wohl und es war nur eine Frage der Zeit, bis ich sie komplett aufgab.

Zu Hause Yoga zu machen passt viel besser zu mir. Ich kann mich nach meinem eigenen Tempo richten, das Video anhalten, wenn ich eine Pause brauche, und muss mir keine Sorgen machen, wenn ich etwas nicht hinbekomme. Auf diese Weise mache ich sogar Yoga, wenn ich krank bin oder es mir schlecht geht! Denn ich bestimme ja selbst meinen Rhythmus.

Pass also auf, wenn du anfängst, dir Ausreden einfallen zu lassen. Vielleicht passt dein Ziel einfach nicht zu deiner Lebensweise!

Du musst einen Weg finden, dich bei jedem Schritt gut zu fühlen, wenn du dein langfristiges Ziel auf stressfreiem Wege erreichen möchtest.

 

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